Durch dick und dünn

 

 

Durch dick und dünn Für die Kleinsten das Größte: Beste Freunde

„Ich verrate dir was, aber du darfst es niiieeemandem weitersagen!“, „Bestimmt nicht.“, „Du musst es versprechen.“, „Versprochen!“,  „Ich hab`ne Geheimhöhle entdeckt!“
Ab jetzt besitzen Tim und Fabian ein großes Geheimnis, das sie noch enger zusammenschweißt als bisher, denn beste Freunde waren sie sowieso bereits. Nun aber sind sie allerbeste Freunde, die nicht nur Süßigkeiten teilen, sondern auch Geheimnisse. Kinder brauchen diese und ähnliche Rituale, um sich ihrer Freundschaften zu vergewissern. Und ganz nebenbei lernen sie dabei, außerhalb der Familie Vertrauen aufzubauen, aber natürlich auch, Enttäuschungen zu verarbeiten.
Mit zunehmendem Alter begreifen sich Kinder immer mehr als eigenständige Individuen. Gleichzeitig entsteht bei ihnen das Bedürfnis, sich Schritt für Schritt von der Welt der Erwachsenen abzugrenzen und ein eigenes kleines Universum aufzubauen – am besten zusammen mit Freunden. Ganze Nachmittage können Kinder gemeinsam in ihre Spielwelten abtauchen. Da gibt es klar verteilte Rollen, Geheimsprachen, die sonst niemand versteht und Spielregeln, die kein Außenstehender durchblickt. Vor allem kein Erwachsener.

Dabei brauchen Kinder oftmals nicht mehr als eine Portion Phantasie. Eine Lücke im Gebüsch wird dann zur Höhle mit Geheimzugang und ein zufällig herumliegender Stein verwandelt sich in einen magischen Zauberstein. Aber nur für Eingeweihte, also für die Freunde, denn sie verstehen sich ohne viele Worte. Zusammen erleben sie fiktive Abenteuer, besiegen Außerirdische und Monster, reiten auf Einhörnern, besitzen übernatürliche Fähigkeiten und erleben sich als stark und unbesiegbar.

 

Freundschaft – wie geht das denn eigentlich?

Im Kindergartenalter üben die kleinen Stöpsel vorsichtig die ersten Freundschaften ein. Dann dauert es meist nicht mehr lang bis zur Frage: „Mama, kann ich den Paul morgen Nachmittag besuchen?“ Vor allem Mädchen wagen es bald, auch schon mal bei der Freundin zu übernachten. Was allerdings bisweilen damit endet, dass die Eltern ihr heimwehkrankes Kind mitten in der Nacht von dort wieder abholen müssen. Manchmal ist die Sehnsucht nach Mama oder Papa einfach größer als der Mut! Kindergartenfreundschaften sind selten auf Dauer angelegt, sie werden schnell geschlossen, aber auch schnell wieder aufgelöst – eine Art Übungsphase für spätere ernsthafte Freundschaften.
Ab dem Schulalter kristallisieren sich langsam aber sicher tiefere Freundschaften heraus. Ohne die besten Kumpels und die besten Freundinnen geht nun gar nichts mehr. Mit ihnen teilt man nicht nur das Pausenbrot, sondern auch alle Erlebnisse oder den Ärger über den blöden älteren Bruder, eine schlechte Note oder die gemeinen Eltern. Zusammen mit Freunden vergehen die Stunden wie im Flug. Völlig vertieft ins Spiel vergessen die Youngsters Zeit und Raum und Erwachsene erhalten allenfalls Zutritt ins Kinderzimmer, um Ess- und Trinkbares hereinzureichen. Womit hier nicht unbedingt Gemüsesticks und Früchtetee gemeint sind.
Ganz typisch für Kinderfreundschaften sind sichtbare Zeichen der Zusammengehörigkeit. Das können dieselbe Frisur oder das gleiche T-Shirt sein, aber auch dieselben Sticker des geliebten Fußballclubs auf dem Schulranzen. Diese Symbole haben alle die Funktion zu zeigen: Wir sind Freunde.

Du bist nicht mehr meine Freundin! Oder doch?

Selbst in der besten Freundschaft kommt es zu Konflikten. Diese auszuhalten und zu lösen und einen Streit versöhnlich zu beenden will gelernt sein. Am besten ohne Einmischung von Erwachsenen, denn nur so gibt man Kindern die Chance, eigene Regeln im sozialen Miteinander aufzustellen und einzuhalten. Meistens ist ein Streit ohnehin von kurzer Dauer und schon bald sitzen die eben noch Schmollenden wieder einträchtig kichernd zusammen und sind unzertrennlich. Wie es sich für beste Freunde gehört.